Seit über zwei Jahren ist der 64-Jährige Ex-Diplomat Johann-Adolf Cohausz Sprecher der sächsichen
Landesregierung. Offenbar ist diese mit der Leistung ihres „Mietmauls“ nicht zufrieden, denn man
hat Cohausz jetzt zur Nachhilfe geschickt. Cohausz soll lernen, “komplexe politische Zusammenhänge
mediengerecht, überzeugend und verständlich unter engen Zeitvorgaben darzustellen”. Merkwürdig.
Man sollte meinen, dass der Regierungssprecher genau diese Disziplinen beherrscht.
Ansonsten stellt sich die Frage, wie er zu seiner Position in der Landesregierung überhaupt gelangen
konnte.
Noch aufsehenerregender als die Tatsache, dass die sächsische Landesregierung zwei Jahre lang einen
Sprecher hatte, der sein Handwerk nicht beherrscht, sind die Kosten der bestellten Weiterbildung.
Üblicherweise berechnen „Personal Coachs“ für derartige Dienstleistungen einen Tagessatz von 500 Euro.
In Sonderfällen zahlen Top-Manager für außergewöhnliche Weiterbildungen auch schon mal 1.500 Euro
Tagesgage.
Das reicht noch lange nicht für den Super-Sachsen: Sein „hoch individualisierter“ Nachhilfekurs kostet für
acht Tage 36.000 Euro! Macht einen Tagessatz von 4.500,- Euro. Den kassiert ein ehemaliger Redakteur
von Sabine Christiansen, der jetzt in einer Coaching-Firma arbeitet.
Nächstes Jahr ist Johann-Adolf Cohausz übrigens im Rentenalter. Und die High-End-Ausbildung, die man
ihm jetzt kurz zuvor noch angedeihen lässt, wurde natürlich ohne Ausschreibung vergeben.
Macht doch nichts. Wir zahlen es ja. Damit wir von dem getunten Sprecher endlich die Wahrheit über
die glasklare Regierungsarbeit in all ihren Facetten perfekt aufbereitet erfahren.
Eben mediengerecht, überzeugend und verständlich“.
Wer mag das noch verstehen?
Dirk Lorey
Quelle: Bautzener Bote
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